Im Interview mit ActuaBD spricht der Mangaka Victor Dermo aus Caen über seine semi-autobiografische Serie „Diamond Little Boy“, die bei Vega-Dupuis erscheint. Die ersten Kapitel hatte er ab 2016 im Internet veröffentlicht, danach brachte er den Manga selbst heraus; in Japan war er zudem auf der Plattform BookWalker erhältlich.
Dermo begann als unabhängiger Autor und unterschrieb 2023 bei Vega-Dupuis. 2025 erschien der erste Band dort neu und wurde sehr gut aufgenommen, mit vielen Veranstaltungen, einer Tournee und Kooperationen. Der zweite Band kam Ende Oktober heraus und vertieft die Spannungen der Geschichte: Drogen und Kriminalität, vor allem aber die Liebe zu Rap, Hip-Hop und Manga.
Dermo beschreibt „Diamond Little Boy“ als „Street Manga“, als Brücke zwischen Hip-Hop-Kultur und den Regeln des Manga. Im ersten Band trägt jedes Kapitel eine Punchline oder einen Titel aus dem französischen Rap. Viele seiner Leser hätten zuvor nie Manga gelesen, sagt er, und entdeckten die Gattung mit dieser Serie.
Für manche Hintergründe arbeitet Dermo nach Fotografien von Caen, damit seine Stadt so echt wie möglich aussieht. Als Vorbilder nennt er Kengo Hanazawa und Inio Asano; den häufigen Vergleich mit Shōhei Manabe („Ushijima, l’usurier de l’ombre“) wegen ähnlicher Themen und fotorealistischer Hintergründe findet er naheliegend. Die Zusammenarbeit mit dem japanischen Studio Atsu betreute Frédéric Toutlemonde, sein „Tantō“, also verantwortlicher Redakteur, der Storyboards korrigierte und Termine setzte.
Quelle: ActuaBD, 05.11.2026
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